Feuerwehr- + Erste-Hilfe-AG

Mit dem Feuerlöscher auf der Jagd nach dem Nachwuchs

Schüler der Ritter-von-Traitteur-Schule lernen bei der Feuerwehr Forchheim Brandbekämpfung und Erste Hilfe — Projekt seit September -NN 08.12.2013

FORCHHEIM - Beißender Geruch von brennendem Benzin, schwarzer Rauch, der sich über die Hausdächer verflüchtigt und eine weiße pudrige Schicht, die sich auf den Vorplatz des Gerätehauses legt: 16 Schüler der Ritter-von-Traitteur-Schule lernen im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft bei der Feuerwehr Forchheim, worauf es bei der Brandbekämpfung ankommt.

Der Oberbrandmeister a.D. Walter Kohlmann begrüßt die Schüler im Alter von zehn bis 15 Jahren, „seine Arbeitsgruppe“ und ihren Lehrer Reinhard Hofknecht mit Handschlag. Der ehemalige Zugführer hat es sich zur Aufgabe gemacht, interessierten Kindern die Pflichten eines Feuerwehrmannes nahe zu bringen. Heute sind Pulverlöscher an der Reihe.

Erwartungsvoll betrachten die 14 Jungen und zwei Mädchen die verschiedenen aufgebauten Feuerlöscher und die Metallwanne voller Benzin. Der Kraftstoff wird angezündet und jedes Kind darf mit dem Pulverlöscher sein Glück beim Löschen versuchen. „Pulverlöscher sind Allrounder“, erklärt Kohlmann. [...]
Nachmittags bei der Feuerwehr.

 

Mit Beginn dieses Schuljahres startete die Zusammenarbeit der Feuerwehr Forchheim mit der Ritter-von-Traitteur-Schule. Die Feuerwehr bringt den Kindern nachmittags ausführlich die Tricks bei der Brandbekämpfung und das Vorbeugung von Feuern bei. So ist der Schritt von der schulischen Arbeitsgemeinschaft in die Jugendfeuerwehr nur noch klein. Die Kinder wiederum lernen im zweiwöchigen Turnus abwechselnd die Grundlagen der Brandbekämpfung und der Ersten Hilfe kennen.

Gejohle ertönt, als der erste Junge den roten Metallzylinder zur Hand nimmt und die hoch auflodernden Flammen erstickt. Dann ist das Gerangel groß: Jeder möchte der Nächste sein und mit dem Pulver aus Natriumhydrogencarbonat löschen. „Das Löschen und die coolen Werkzeuge gefallen mir am Besten“ erzählt die elfjährige Patricia. Entsprechend eifrig nimmt auch sie den Pulverlöscher zur Hand. Immer wieder muss die Gruppe bei der Lösch-Aktion ihren Standort wechseln, da der Wind die Richtung ändert. Manche Kinder nutzen diese Gelegenheit, um durch den aufwirbelnden Pulvernebel zu rennen.

Dann hat jeder einmal einen Feuerlöscher in der Hand gehabt. Kohlmann hatte vorher erklärt, worauf es ankommt: kurze Sprühstöße und das Löschmittel möglichst nahe am Boden versprühen. „Man rechnet in etwa eine Sekunde Sprühen pro Kilogramm Pulver“, sagt Kohlmann. Manche Kinder wussten darüber bereits vor Beginn der Übung Bescheid.

Einige sind seit mehreren Jahren Mitglieder von Jugendfeuerwehren oder des Technischen Hilfswerks (THW). Für den 14-jährigen Fabian, ein Mitglied der Reuther Jugendfeuerwehr, sind die Übungen eher Kleinigkeiten. Sein Interesse an allem, was mit der Feuerwehr zu tun hat, führte ihn in die Arbeitsgemeinschaft. Aber egal, ob sie bereits Mitglied einer Feuerwehr oder des THW sind oder nicht, die Kinder haben die bisherigen Lektionen über andere Löschmittel oder die Fahrzeuge nicht vergessen.

Gefahr durch Weihnachtsbaum

Während der Nachbereitung im Schulungsraum geht Kohlmann auch auf das nahende Weihnachtsfest ein. Hier wissen die Kinder ebenfalls, was zu tun ist, falls der Weihnachtsbaum brennt. Von Bäumen, die über Wochen in der warmen Wohnung austrocknen und mit echten Kerzen bestückt sind, geht wirklich Gefahr aus, berichtet der ehemalige Zugführer. Wenn der Baum brennt, können sich innerhalb von 20 Sekunden Temperaturen von bis zu 600 Grad Celsius entwickeln. Daher sollte man den Weihnachtsbaum auch nie in die Nähe des einzigen Fluchtweges stellen, da dieser im Brandfall sonst versperrt werden würde.

Die Kinder finden nicht nur die kurze Schlusslektion zum Thema Fluchtwege und Brandschutz toll. Auch die kleinen Weihnachtsgeschenke, die Kohlmann nach einer Stunde praktischem und theoretischem Unterricht verteilt, kommen sehr gut an.

VON JOSEPHINE WILKE

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